Archiv des Autors: tp

“Deutschland-Plan”: 87 Mrd. Euro verdeckte Subventionen für die Immobilienwirtschaft

Einladung zum Wohnungsbau-Tag 2014

Bundespressekonferenz, eine Videobotschaft der Ministerin und Spitzenvertreter der Immobilienwirtschaft und Bauindustrie: Die ganz großen Geschütze wurden aufgefahren, um nichts weniger zu verkünden als den “Deutschland-Plan für bezahlbares Wohnen“. Im Schulterschluss mit der Gewerkschaft (IG BAU) und dem Deutschen Mieterbund (DMB) und gestützt auf eine Untersuchung des Pestel-Instituts, wurde gestern ein Forderungskatalog zur Lösung der Wohnungsfrage vorgelegt. Vor allem die Ausweitung von steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten soll den Wohnungsbau ankurbeln und bezahlbare Mieten garantieren. Im Kern jedoch ist der “Deutschland-Plan” ein Programm für eine steuersubventionierte Rendite im Umfang von 87 Mrd. Euro.

Von der FAZ bis zum Weiterlesen (externer Link) →

“Deutschland-Plan”: 87 Mrd. Euro verdeckte Subventionen für die Immobilienwirtschaft

Einladung zum Wohnungsbau-Tag 2014

Bundespressekonferenz, eine Videobotschaft der Ministerin und Spitzenvertreter der Immobilienwirtschaft und Bauindustrie: Die ganz großen Geschütze wurden aufgefahren, um nichts weniger zu verkünden als den “Deutschland-Plan für bezahlbares Wohnen“. Im Schulterschluss mit der Gewerkschaft (IG BAU) und dem Deutschen Mieterbund (DMB) und gestützt auf eine Untersuchung des Pestel-Instituts, wurde gestern ein Forderungskatalog zur Lösung der Wohnungsfrage vorgelegt. Vor allem die Ausweitung von steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten soll den Wohnungsbau ankurbeln und bezahlbare Mieten garantieren. Im Kern jedoch ist der “Deutschland-Plan” ein Programm für eine steuersubventionierte Rendite im Umfang von 87 Mrd. Euro.

Von der FAZ bis zum Weiterlesen (externer Link) →

Berlin: Olympia? Och nö.

Olympia_PM_25_07_14

Bis Ende des Monats müssen Wowereit und Co. erklären, ob sie Berlin ins Olympiabewerbungsrennen schicken wollen. Berliner Stadtteilinitiativen haben ihre Meinung heute schon mal formuliert. In pragmatischer Kürze heisst es in einer gemeinsamen Pressemitteilung:

Weiterlesen (externer Link) →

Berlin: Olympia? Och nö.

Olympia_PM_25_07_14

Bis Ende des Monats müssen Wowereit und Co. erklären, ob sie Berlin ins Olympiabewerbungsrennen schicken wollen. Berliner Stadtteilinitiativen haben ihre Meinung heute schon mal formuliert. In pragmatischer Kürze heisst es in einer gemeinsamen Pressemitteilung:

Weiterlesen (externer Link) →

Veranstaltungshinweis: “Braucht Berlin Olympia?” am 16. September 2014

Ungeachtet wachsender Kritik an sportlichen Großevents und trotz des desaströsen Auftritts von 1993 plant der Berliner Senat, sich erneut um die Austragung der Olympischen Spiele zu bewerben. Dagegen regt sich, wie schon Anfang der 1990er Jahre, Widerstand. Die Veranstaltung “Braucht Olympia Berlin? Sportliches Spektakel für die einen – Bürde für die anderen” diskutiert die Auswirkungen einer Olympia-Bewerbung sowohl für Berlin als auch für Hamburg, wo es ebenfalls Proteste gegen die geplante Bewerbung der Hansestadt gibt. Die Veranstaltung findet am Dienstag, dem 16. September 2014 um 19 Uhr in den Räumen der Hellen Panke in der Kopenhagener Straße 9 statt. Mehr Weiterlesen (externer Link) →

Neuerscheinung | Themenheft der Geographischen Zeitschrift

GZ_2013_3-4_125-131_Einleitung_Belina_Seite_1

In der Geographischen Zeitschrift ist ein Doppelheft mit Beiträgen aus vielen Teilprojekten unseres Forschungsverbunds erschienen. Die Einleitung ist frei abrufbar, alle weiteren Beiträge sind über Bibliotheken mit Abonnement via ingentaconnect zu beziehen.

Die Zeitdiagnose „neoliberal“ ist seit den 1990er Jahren, verstärkt noch durch die Wirtschafts– und Finanzkrise seit dem Jahr 2008, in Bezug auf viele gesellschaftlichen Bereiche gängig geworden: Ein neoliberalisiertes Bildungssystem wird ebenso diagnostiziert wie eine neoliberalisierte Wirtschaftsordnung oder eben neoliberale städtische Entwicklungen. In den Sozialwissenschaften zielen die meisten Analysen auf eine Beschreibung und Erklärung gegenwärtiger Veränderungen im alltäglichen Zusammenleben und ihrer Verbindung zu neoliberaler Weiterlesen (externer Link) →

Pressemitteilung des AK Kritische Geographie Frankfurt zum Philosophicum

Der Arbeitskreis Kritische Geographie Frankfurt kritisiert die Entscheidung der Stadt Frankfurt und der ABG Holding, die Verhandlungen mit der Gruppe Philosophicum abzubrechen, und warnt vor den verheerenden Folgen dieser politischen Kurzsichtigkeit.

Sehr geehrte Medienschaffende,
sehr geehrte Damen und Herren,

konsterniert haben wir die Entscheidung der Stadt Frankfurt und der städtischen Wohnbaugesellschaft ABG Holding zur Kenntnis genommen, das Wohnprojekt Philosophicum scheitern lassen zu wollen. Als Geograph_innen und Stadtforscher_innen, die an der Goethe-Universität wissenschaftlich zu Fragen von Stadt- und Wohnungspolitik, Immobilienmärkten und demokratischer Teilhabe arbeiten bzw. hier studieren, sehen wir uns zu einer Stellungnahme gedrängt.
Die Deregulierung und Liberalisierung von Immobilien- und Wohnungsmärkten ist ein wesentliches Merkmal stadtpolitischer Entwicklungen, wie sie in Deutschland – und darüber hinaus – seit mehreren Jahrzehnten zu beobachten sind. Diese Restrukturierungsprozesse haben dazu geführt, dass (Wohn-)Immobilien zu einem bevorzugten Investitionsobjekt geworden sind, was wiederum gerade in Metropolen massive Mietsteigerungen zur Folge hat (Heeg 2013). So ist es insbesondere für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen zu einer starken Verknappung von verfügbarem Wohnraum gekommen. Das Resultat dieser Entwicklung ist die Verdrängung einkommensschwacher Haushalte aus den Stadtzentren sowie eine zunehmende sozialräumliche Polarisierung.
In der Stadt Frankfurt zeigen sich diese Entwicklungstendenzen in besonders zugespitzter Form. Betrug der Bestand an Sozialwohnungen in Frankfurt Anfang der 1990er Jahre noch 70.000 Wohnungen, sind es nunmehr weniger als 30.000. Auch nach den eigenen Angaben der Stadt reicht dies in keinster Weise aus, um den Bedarf an günstigem Wohnraum zu decken. Hinzu kommt, dass sich der Bestand an mietpreisgebundenen Wohnungen in den nächsten Jahren weiter reduzieren wird, da diese aus der sog. Mietpreisbindung fallen und der geschaffene Ersatz die Abnahme bei weitem nicht kompensiert (Heeg/Rosol 2014).
Die Politik der Stadt Frankfurt ist seit den 1990er Jahren von der Schaffung hochpreisigen Wohnraums geprägt. Beispiele sind der Ost- und Westhafen, das Rebstock- und Europaviertel sowie jüngst die Planung für das Gelände des ehemaligen Uni-Campus Bockenheim. Vermittelt über den politisch gewollten Mietspiegel führen derartige Projekte nachweislich zu deutlichen Mietsteigerungen in den anliegenden Stadtteilen (Schardt 2012). Die Politik, die darauf abzielt, in erster Linie für Haushalte mit mittleren und hohen Einkommen Wohnraum zu fördern und zu schaffen, führt jedoch nicht zur sozialen Stabilisierungen. Stattdessen zeichnet sich bereits heute eine zunehmende sozialräumliche Segregation, Polarisierung und Gentrifizierung ab.
Anstelle für sozialen Ausgleich zu sorgen, bedient der von der Stadtpolitik unterstützte Trend zum Luxuswohnbau stattdessen nicht zuletzt die Interessen institutioneller Investor_innen, die auf Grund der Euro-Krise vermehrt in vermeintlich sichere Immobilien – sog. Betongold – investieren. Bei einem strukturellen Leerstand im Bereich der Büroimmobilien von ca. 2 Mio. Quadratmetern in Frankfurt erscheinen Wohnimmobilien als sicherer und vor allem ertragsreicher Hafen. Steigende Bodenpreise sind die eine Seite der Medaille, Verdrängung von einkommensschwachen Haushalten die andere (Schipper 2013).
Vor diesem Hintergrund sind die mangelnde Unterstützung und die angekündete Absage an die Projektgruppe Philosophicum nicht nur als vertane Chance zu sehen, einen wohnungspolitische Richtungswechsel einzuleiten. Auch werden damit leichtfertig Eckpfeiler einer demokratischen Gesellschaft wie Engagement, Teilhabe und Partizipation aufs Spiel gesetzt. Das städtische Agieren über privatrechtliche Gesellschaften – wie die ABG Frankfurt Holding – macht es dem Magistrat und den politischen Vertreter_innen der Stadt darüber hinaus möglich, sich politischer Verantwortung weitgehend zu entledigen. Obwohl also im Aufsichtsrat der ABG zahlreiche politische Vertreter_innen der Stadt Frankfurt sitzen, wird der Konflikt um den Verkauf des Philosophicums nicht im Zusammenhang mit steigenden Mieten, Verdrängung und nachhaltiger und sozialer Stadtentwicklung geführt, sondern nur auf der Ebene des Kaufpreises verhandelt. Es ist jedoch ersichtlich, dass das Projekt Philosophicum nicht aufgrund mangelndem Engagements und mangelnder Verhandlungsbereitschaft seitens der Projektgruppe für gescheitert erklärt werden kann, sondern einer Realisierung der fehlende politische Willen und Mut der politischen Verantwortlichen in der Stadt im Wege steht.
Wir möchten an dieser Stelle die Verantwortlichen auffordern, auf ihre Entscheidung zurückzunehmen und den stadtpolitischen Wert eines in den lokalen Strukturen des Stadtteils verankerten, kollektiv finanzierten und sozial engagierten Projekts, wie es das Philosophicum ist, anzuerkennen. Wir fordern die Stadtpolitik auf, sich nicht hinter dem vermeintlichen Marktzwang steigender Bodenpreise zu verstecken, sondern stattdessen die bestehenden politischen Handlungspotentiale zu nutzen. Wir erachten es an dieser Stelle als zwingend notwendig, die vorherrschende städtebauliche Logik zu durchbrechen und zusammen mit dem Projekt Philosophicum neue und innovative stadtpolitische Wege zu beschreiten.

AK Kritische Geographie, Goethe Universität Frankfurt, Juli 2014

Literatur
Heeg, Susanne (2013): Wohnen als Anlageform: Vom Gebrauchswert zur Ware. In: Emanzipation, 3(2), S. 5–20.
Heeg, Susanne & Marit Rosol (Hg.) (2014): Gebaute Umwelt. Aktuelle stadtpolitische Konflikte in Frankfurt am Main und Offenbach., Frankfurt a.M., Forum Humangeographie – Online-Schriftenreihe des IHG (Band 12).
Schardt, Jürgen (2012): Das bundesdeutsche Vergleichsmietensystem und der Frankfurter Mietspiegel 2010, Frankfurt a.M., Forum Humangeographie – Online-Schriftenreihe des IHG (Band 8).
Schipper, Sebastian (2013): Global-City-Formierung, Gentrifizierung und Grundrentenbildung in Frankfurt am Main. In: Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie, 2013/4, S. 185–200.

Veranstaltung | Transuniversaler CSD Frankfurt

flyer_titel

Workshops | Stadtspaziergang | Lounge | & mehr

Am 19.7.2014 findet in Frankfurt ein alternativer CSD statt, der u.a. zu Workshops und einem alternativen Stadtspaziergang lädt.

Was der transuniversale CSD ist:

emanzipatorisch, aufständisch, schaurig-schön

Der Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt ist eine geniale Sache für alle Homos, die sich in der Gesellschaft, wie sie ist, zu Hause fühlen. Wir fühlen uns aber nicht zu Hause: nicht in der Gesellschaft, wie sie ist, und nicht in der Homo-Szene, die sich mit der schrittweisen Anerkennung durch diese bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft zufrieden zu geben scheint: mit den verbesserten Weiterlesen (externer Link) →

Veranstaltungshinweis: 2. Juli 2014 – „Die letzte Fabrik? Stiftungsuniversität? Bologna-Themenpark? Was anfangen mit dem neuen Campus der Goethe-Universität?“

Nitribitt – Frankfurter Ökonomien laden ein zu einem Abend, den wir wärmstens empfehlen können:

Nitribitt 50
Die letzte Fabrik? Stiftungsuniversität? Bologna-Themenpark?
Was anfangen mit dem neuen Campus der Goethe-Universität?

Da thront er nun auf einer Anhöhe über der Stadt: der schnieke neue Campus der Goethe-Universität. In Hochglanzbroschüren und Promotionclips, im Feuilleton und in Nachrichtensendungen wird er als der schönste Campus Europas angepriesen; Vertreter_innen von Uni, Stadt und Land überschlagen sich vor Begeisterung. Aus Sicht einer nonkonformistischen, oppositionellen Suche nach Gebrauchsmöglichkeiten fällt auf, was dieser gebaute Raum alles ausschließt, welche Nutzungsweisen weder vorgesehen noch gestattet sind: ein toter Raum von erschlagenden Dimensionen, der eher an kafkaeske Alpträume erinnert als an einen Ort, an den man gerne geht, um mit anderen zusammen Projekte zu planen und voranzutreiben.

Wie ist es soweit gekommen?
Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatte der Architekt Ferdinand Kramer den Wiederaufbau der Frankfurter Universität noch im Stil einer großen Fabrik geplant. Neben den funktionalistischen Bauten auf dem Campus Bockenheim zeugt vor allem der Schornstein des universitätseigenen Blockheizkraftwerks vom Aufstieg der fordistischen Massenuniversität, die bewusst mit der bis dahin üblichen elitären Repräsentationsarchitektur brach. Die Universtität wurde damit nicht nur zum Ausgangspunkt neuer gelebter Demokratie und der Studierendenbewegung der 60er Jahre, sondern lieferte mit Praktiken jenseits des Normalarbeitsverhältnisses auch den Entwurf einer neoliberalen Subjektivierung.

Seit 2007 zieht die Universität auf den neuen Campus Westend – und zugleich ein weiteres Stück Richtung Bologna. In den administrativen Gebäuden eines ehemaligen chemischen Weltkonzerns mit Verstrickung in die Kriegsökonomie des Nationalsozialismus wird nun nicht nur Wissen verwaltet, sondern auch produziert. Hier kreuzen sich massenhaft individualisierte Biographien, bevor sie in verschiedenste Arbeitsfelder zerstreut werden.

Nitribitt – Frankfurter Ökonomien und Jürgen Schardt diskutieren mit einer Menge Bild- und Tondokumenten im Gepäck die Widersprüche einer Universität im gesellschaftlichen Spiel der Kräfte: Ist die Universität der letzte Ort, der die Möglichkeit einer Organisierung bietet, so wie das historische Proletariat die Fabrik als gemeinsamen Ort nutzen konnte?

Mittwoch, 2. Juli 2014, 20 Uhr
1.G 192 im Institutsgebäude Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften (PEG)
Campus Westend