Der offene Arbeitskreis Kritische Geographie steht im Zeichen einer Geographie jenseits des nationalstaatlichen Herrschaftsapparates und kapitalistischer Verwertungslogik. Anstatt von Wirtschaftsförderung zu sprechen und mehr oder weniger verdecktem Rassismus und Sexismus einen Raum zu bieten, sprechen wir von Kapitalismuskritik, Antinationalismus und feministischer Geographie. Statt eine Geographie über Andere zu betreiben, wollen wir gemeinsam Geographie mit Menschen machen – insbesondere mit und für diejenigen, denen gesellschaftliche Teilhabe verwehrt wird. Weiterlesen →


Aktuelles aus den AKs

Kiezspaziergang am 26.10.2019: Berliner Pollerlandschaften – Foto-Safari ins Reich der „stummen Polizist*innen“

Wer sich in das Reich der Poller begibt, begegnet
bei genauerer Betrachtung eine bunte Welt wundersamer Gestalten zur Gestaltung
der Ordnung und des Widerstands. Zu dem Ergebnis kommt der Kreuzberger Autor
Hellmut Höge in seiner „Pollerforschung“. Ausgehend von der Beobachtung einer
wundersamen Vermehrung von Pollern im Kreuzberger Straßenraum der späten 1980er
Jahren, erstellte er eine umfangreiche typologisierende Archivierung des ordnungsschaffenden
Straßenmobiliars. Hierunter befinden sich neben den „Staatspollern“ wie den
„stummen Polizisten“ und „Speed-Breakern“, mit denen dem Chaos im urbanen
Straßenraum Einhalt geboten werden sollte, auch Formen von durch Verpollerung
ausgelöste, widerständige Aneignungspraktiken oder künstlerisch mehr oder
weniger wertvolle Ansätze von Hausmeisterpollern.

Unser Kiezspaziergang greift Höges Beobachtungen auf. Wir gehen rund Weiterlesen (externer Link) →

[L]OST IN TRANSFORMATION: Konferenz zu aktuellen Analysen der ostdeutschen Gesellschaft am 4./5.10.19, galerie KUB, Leipzig

Flyerausschnitt der Konferenz LOst in TransformationWas ist eigentlich im Osten los? Hohe Wahlergebnisse der AfD, verbale Übergriffe, gewalttätige Auseinandersetzungen haben insbesondere in Ostdeutschland ständig zugenommen. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung kündigt das bisher stille Einverständnis mit den Regierenden auf und läutet eine neue Phase der Nachwendegeschichte ein. Mit Debatten über „ostdeutsche Lebensleistung“, einen „Gerechtigkeitsfonds“, eine verbindliche Einstellungsquote für Ostdeutsche, aber auch das Sprechen über biographische Brüche haben Deutungen über den Charakter der ostdeutschen Teilgesellschaft 30 Jahre nach dem Mauerfall wieder Hochkonjunktur.

Die Konferenz „Lost in Transformation“ versammelt gegenwärtige Analysen über die Eigenarten Ostdeutschlands. Neben aktuell diskutierten Fragen zum ostdeutschen Wohnungsmarkt, zum Rechtsruck und zur spezifischen ostdeutschen Wirtschaftsweise werden auch die ideologischen Hinterlassenschaften der DDR-Gesellschaft und die Widersprüchlichkeiten der Debatten zu Migration damals und heute beleuchtet.

Hier geht es zum Flyer: LOst-in-Transformation_Flyer

Aktualisierte Informationen zum Programm unter www.engagiertewissenschaften.de

oder auf Facebook

Die Konferenz entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitskreis Kritische Geographie Leipzig und dem Verein für Engagierte Wissenschaft.

E-Mail: ost-konferenz@engagiertewissenschaft.de

 

Kiezspaziergang am 27.7.2019: Enteignen, Besetzen, Kollektivieren – Das zähe Ringen um bezahlbaren Wohnraum

Eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu finden, war selten so schwierig wie momentan. Das Grundbedürfnis Wohnen wird als Ware verwaltet – als Mangelware. Viele Menschen zwingt dieser Umstand in eine prekäre Lebenssituation oder zum Umzug an Orte, die nichts mit ihrem bisherigen Leben zu tun haben. Doch es gibt ein Aufbegehren gegen diese Zustände: Praktiken des Enteignens, Besetzens und Kollektivierens erhalten zunehmende Aufmerksamkeit. Auf der einen Seite werden die Mietenproteste radikaler, kreativer, professioneller und formieren sich zunehmend zu einer Massenbewegung. Auf der anderen Seit reagieren Landespolitik und Immobilienunternehmen nur sehr zögerlich – doch langsam scheint Bewegung ins Spiel zu kommen… Weiterlesen (externer Link) →

Kiezspaziergang am 22.6.2019: Smart-City-Raumproduktionen:Kritische Sichtweisen auf die Digitalisierung in Schöneberg

Die Digitalisierung wird vielfach in Wissenschaft, Politik und Medien als gesellschaftliche Umbruchssituation dargestellt. Sie beeinflusst sämtliche Bereiche unseres Alltags, aber auch die Wirtschaftsweisen und die Arbeitsorganisation in Städten (WebTech Urbanismus). Auch in Schöneberg tauchen rund um die Digitalisierung neue Arbeits- und Wohnformen, “Nachbar*innen” und Akteur*innen auf. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin, in der die räumlichen Ressourcen immer knapper und Konkurrenzsituationen immer augenscheinlicher werden, wer die zukünftige Entwicklung der Städte maßgeblich beeinflusst und bestimmt. Proteste und Konfklikte gegen die “neuen Nachbar*innen” nehmen zu. Konzepte wie Smart City werden genauer in Weiterlesen (externer Link) →

Forschungswerkstatt 2019: Programmheft online / program booklet online

In nur wenigen Tagen beginnt die diesjährige Forschungswerkstatt Kritische Geographie in den Berliner Mehringhöfen (14.-16.06.2019). Während wir voller Tatendrang die letzten Vorbereitungen treffen, könnt ihr bereits einen Blick in das frisch hochgeladene Programmheft werfen.

It’s only a few days until this year’s “research workshop critical geography” will start (Berlin, Mehringhöfe, June 14th – 16h 2019). Feel free to check out our program booklet.

Wir sehen uns Freitag / See you on friday!

WebTech-Urbanism – Diskussion 13.06. / Vortrag 14.06.

Parallel zur Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2019 organisieren Kritische Geographie Berlin am 13. und 14. Juni zwei Veranstaltungen zur städtischen Veränderungen durch internetbasierte Geschäftsmodelle. Die Veranstaltungen sind öffentlich, umsonst und ohne Anmeldung zu besuchen.

Weitere Informationen hier: KOSMOS Workshop Webtech-Urbanism – Konflikte um die Verräumlichung digitaler Ökonomie

13.06.2019 (Donnerstag) | 19:00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, Schumannstraße. 8, 10117 Berlin

Podiumsdiskussion “Kritische Perspektiven auf die Digitalisierung in Städten

Gemeinsame Veranstaltung mit der Heinrich-Böll-Stiftung. Es tragen vor: die Herausgeberin des jüngst erschienen Buches „Smart City – Kritische Perspektiven auf die Digitalisierung in Städten“ Prof. Dr. Sybille Bauriedl und der kritische Künstler und Wissenschaftler Ulf Treger.

Moderation: Weiterlesen (externer Link) →

Forschungswerkstatt 2019: Sessionübersicht online | Research Workshop 2019: Session Overview online

In wenigen Wochen werden wir uns schon zur Forschungswerkstatt Kritische Geographie vom 14.-16.6. in Berlin. Mittlerweile steht auch die inhaltliche Zusammensetzung der Sessions. Alles weitere findet ihr unter dem folgenden Link: http://kritische-geographie.de/fowe2019/fowe-2019-programm/

In a few weeks we will already meet in Berlin for the Research Workshop Critical Geography from June 14th till 16th. In the meantime, the composition of the sessions has been completed. You can find everything else by following the link below: http://kritische-geographie.de/fowe2019/fowe-2019-programm/

Kiezspaziergang am 27. 04.2019: Touristifizierung in Kreuzberg – Der Mythos S036 zwischen Ausverkauf und Widerstand

Kreuzberg und der nach dem ehemaligen Postzustellbereich benannte Teil S036 stehen immer wieder im Fokus von Auseinandersetzungen um die Folgen des zunehmenden Stadttourismus. Während die Übernachtungszahlen im gesamten Stadtgebiet stetig steigen und die Neugierde nach einer möglichst authentischen Begegnung mit dem „real Berlin-Lifestyle“ zunimmt, wächst das Unwohlsein vieler in denjenigen Kiezen, die die erlebnishungrigen Massen magisch anzuziehen scheinen. Kritisiert wird neben der allgemeinen Zunahme von Lärm und Müll nicht zuletzt auch der Ausverkauf Kreuzbergs als konsumierbare Erlebniswelt. Für nicht wenige ist der von Babara Lang 1998 beschriebene „Mythos Kreuzberg“ mittlerweile nur noch ein touristisches Abziehbild seiner selbst und Widerstand regt Weiterlesen (externer Link) →