Der offene Arbeitskreis Kritische Geographie steht im Zeichen einer Geographie jenseits des nationalstaatlichen Herrschaftsapparates und kapitalistischer Verwertungslogik. Anstatt von Wirtschaftsförderung zu sprechen und mehr oder weniger verdecktem Rassismus und Sexismus einen Raum zu bieten, sprechen wir von Kapitalismuskritik, Antinationalismus und feministischer Geographie. Statt eine Geographie über Andere zu betreiben, wollen wir gemeinsam Geographie mit Menschen machen – insbesondere mit und für diejenigen, denen gesellschaftliche Teilhabe verwehrt wird. Weiterlesen →


Aktuelles aus den AKs

Call for Participation: Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2019 – 14.06.-16.06., Berlin

Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2019 – 14.06.-16.06., Berlin

Die Forschungswerkstatt Kritische Geographie ist eine mehrtägige Veranstaltung, ein Raum für Diskussionen und selbstbestimmtes Lernen. Als Organisator*innen versuchen wir, auf diverse Wünsche und Bedürfnisse einzugehen: ob Neueinsteiger*innen, Studierende, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen – ihr seid herzlich eingeladen!

Dabei richten wir uns nicht nur an Vertreter*innen der Geographie und anderer raumbezogenen Disziplinen (z.B. Soziologie, Raumplanung, Umweltwissenschaften u.w.), sondern an alle mit Interesse an Raum-Themen.

Die Forschungswerkstatt lebt von euren Beiträgen und wir möchten diesen Freiraum gemeinsam mit euch gestalten. Wenn ihr eine Veranstaltung anbieten möchtet, schickt uns euren Vorschlag! Das kann ein Workshop, ein Panel, eine Exkursion oder ein ganz anderes Format sein.

In unserer Reflexion sind wir aus der Orgagruppe zu vier Themenschwerpunkten gekommen, zu denen wir einladen:

1. Praxis Macht Wissen 

Ein bedeutendes Anliegen kritischer Gesellschaftswissenschaften ist es, die Grenzen von Disziplinen und Wissenschaftlichkeit zu hinterfragen. Auf der einen Seite bedeutet dies, die eigene Forschung anhand von konkreten sozialen Problemen und in Verbindung mit Initiativen und Akteur*innen der Praxis zu entwickeln. Auf der anderen Seite bedeutet es auch, in die Wissensproduktion zu intervenieren: aufzuzeigen, welche Machteffekte und Interessen spezifische Sichtweisen, bspw. auf Stadtplanung, Klimawandel oder Gentrifizierung, prägen.

Aufgrund dieses Selbstanspruches freuen wir uns über inter- und undisziplinäre Beiträge, Vernetzung mit politischen Initiativen und Formate, die das Verhältnis Praxis-Macht-Wissen hinterfragen.

2. Verräumlichung von Digitalisierung

Dass die Digitalisierung räumliche Effekte aufweist, ist mit Nichten ein Novum in den raumbezogenen Disziplinen. Schienen Forscher*innen allerdings anfangs noch hauptsächlich damit beschäftigt zu sein, den Raum (gelesen als Distanz) angesichts des Siegeszugs von Internet und sonstiger Telekommunikation für tot zu erklären, entwickelt sich mittlerweile eine differenziertere Auseinandersetzung. Dabei wird ‘das Digitale’ nicht zuletzt zum Gegenstand von Kritik. Seien es neue Prinzipien von Ein- und Ausschluss durch digitale Netzwerke oder die neoliberale Tendenz einer sogenannten ‘smarten’ Stadtentwicklung, vielerorts muss in Universitäten und Rathäusern zu einem reflektieren Umgang mit digitalen Innovationen gefunden werden. Parallel stößt eine florierende Initiativlandschaft auf neue Wege, das Digitale für soziale oder politische Vorhaben nutzbar zu machen.

Wir freuen uns auf Beiträge, die einen tieferen Blick auf das Spannungs- und Wechselverhältnis von Digitalisierung und Raum, Politik und (Stadt-)Gesellschaft werfen, d.h. im Rahmen von Forschung und aktivistischer Tätigkeit gleichermaßen.

3. Ton, Steine, Schluff: Kritische Gesellschaftsforschung und der Dualismus Natur-Gesellschaft

Debatten über die Verbindungen unterschiedlicher Teilbereiche der Geographie gibt es ähnlich wie an der Grenze Natur-Geisteswissenschaften z.B. in der Politischen Ökologie (Political Ecology), der Urban Political Ecology und der Critical Physical Geography. Doch stellen solche wissenschaftlichen Vorhaben eher eine Seltenheit dar. Dabei fehlt es keineswegs an theoretischen Absagen an einen Dualismus Natur-Gesellschaft, allerdings haben diese so gut wie keinen Effekt auf die Forschungspraxis und disziplin-interne Trennung von Fachbereichen. Während sich bspw. mit den Methoden der Geofern-Erkundung der Zugriff auf Phänomene wie Landnutzungswandel und die Verräumlichung des Klimawandels vebessert oder sich unter dem Label Integrative Geographie eine Überbrückung alter Zweiteilungen ankündigt, wollen wir fragen, welche Rolle eine Kritische Geographie in dieser Veränderung spielt.

Wir freuen uns daher über Beiträge zu Erfahrungen in integrierten Forschungsprojekten, zu konzeptuellen Debatten und eine Selbstreflexion des Verhältnisses von Kritischer Geographie und Neuerungen der Disziplin.

4. Anknüpfen, Weiterdenken …

Außerdem wollen wir an Diskussionen aus der letzten Forschungswerkstatt in Frankfurt a.M. anknüpfen und begrüßen Veranstaltungen zu queerfeministischen Geographien, Außeinandersetzungen mit der Neuen Rechten und Beiträge zum ländlichen Raum/Peripherisierung.

 

Wenn euch eines der Themen anspricht oder ihr ein eigenes Thema auf den Plan bringen wollt, bitten wir euch bis zum 04.02.2019 einen Vorschlag (max. 150 Wörter) für einen Beitrag an forschungswerkstatt2019 (at) riseup.net zu schicken.

Dieser Vorschlag sollte die folgenden Informationen beinhalten, damit die Planung der Forschungswerkstatt in die nächste Runde gehen kann:

  • Titel & kurze Beschreibung des Beitrags
  • Wie viel Platz braucht ihr? (bspw. kleine Räume für Vorträge oder eher etwas größere, weil Gruppenarbeit o.ä. geplant ist)
  • Als zeitlichen Rahmen von Formaten hatten wir 90-minütige Sessions, sowie alternativ 20-minütige (Input-)Beiträge geplant. Bitte schreibt dazu, welches Format ihr wählt.

     

    Eine finanzielle Unterstützung zur Deckung eines Teils der Reisekosten kann für Teilnehmer*innen ohne ausreichende institutionelle Unterstützung gewährt werden. Bitte gib bei der Einreichung deines Vorschlags an, ob dies für dich relevant ist.

     

    Organisator*innen-Team:
    Kritische Geographie Berlin (http://kritische-geographie-berlin.de/)

     

    +++ English version +++

    Call for Participation: Research Workshop Critical Geography 2019 – 14/06-16/06, Berlin

    The Critical Geography Research Workshop is an event, an open space for discussion and self-determined learning. As the organizing team, we try to respond to diverse wishes and needs: newcomers, students, scientists and activists – your are cordially invited! We address representatives of geography and other spatial disciplines (e.g. sociology, spatial planning, environmental sciences, etc.) as well as people interested in questions concerning space.

    The Research Workshop is about your contributions and we would like to develop it together. If you would like to organize a session, send us your suggestion! This can be a workshop, a panel, an excursion or a completely different format.

    The organizing group istelf has come up with four main themes which we would like to propose:

     

    1. Praxis-Power-Knowledge

    It is a major concern of critical social sciences to question disciplinary boundaries and the understanding of what constitutes knowledge. On the one hand, this means developing one’s own research work on the basis of concrete social problems and in connection with initiatives and social movements. On the other hand, it means intervening in knowledge production: Showing which power effects and interests shape specific perspectives, e.g. on urban planning, climate change or gentrification.

    Hence, we look forward to interdisciplinary contributions, networking with political initiatives and formats that question the relationship between praxis, power and knowledge.

    2. Spatialisation of Digitisation

    The fact that digitisation has spatial effects is hardly considered news in spatial disciplines. However, while researchers in the face of the triumphal march of ‘the Internet’ were initially mainly concerned with declaring space – read as distance – to be dead, by now a more differentiated debate is emerging. In the process, the idea of ‘the digital’ itself has become an object of criticism. Whether with regard to new phenomena of inclusion and exclusion produced through digital networks or to the neoliberal tendency of a so-called ‘smart’ urban development, in many places universities and town halls alike have to reflect on how to deal with digital innovations. At the same time, grassroot initiatives experiment with new ways to mobilize the digital within social or political projects.

    We look forward to contributions that take a deeper look at the tension and interdependence between digitisation and space, politics and (urban) society, i.e. within the framework of both research and activist activity.

    3. Meeting the Universe Halfway: critical social research and the dualism nature-society

    Although there are debates within Political Ecology, Urban Political Ecology and Critical Physical Geography about the links between different sub-areas of geography, the natural sciences and the humanities, critical research projects that practically move beyond the divide are rather scarce – especially in the German-speaking research context. There is by no means a lack of theoretical rejections of a dualism of nature vs. society, but these have little effect on research projects and the separations internal to the discipline of geography. While methods of remote sensing and the use of geographic information systems improve access to phenomena such as land use change or the spatialization of climate change and, for example, the label Integrative Geography is used to bridge old dichotomies to evoke a geography-making that has moved beyond the old dualism, we would like to ask what role an explicitly critical geography plays in this context.

    We therefore welcome contributions on experiences in integrated research projects, on theoretical debates and on a self-reflection of the relationship between Critical Geography and innovations in the field of research.

    4. To be continued!

    Aside of the above-mentioned themes, we want to continue discussions from the last research workshop in Frankfurt a.M. Therefore, we look forward to sessions on queerfeminist geographies and contributions concerning the New Right or rural space(s).

     

    If you want to address one of these topics with your proposal or if would like to bring your own topic to the agenda, please send us an email at
    forschungswerkstatt2019 (at) riseup.net by the 4th of February, 2019.

    Your proposal (max. 150 words) should contain the following information so that the planning of the research workshop can proceed:

  • Title & short description of the contribution
  • How much space do you need? (e.g. small rooms for lectures or rather larger ones because you are planning group work or spacious activities for your session)
  • Both, entire event formats (e.g. concepts for a 90-minute session) and individual (input) contributions (approx. 20 minutes) are welcome.

     

    Some financial assistance to cover travel costs can be provided for participants without sufficient institutional support. Please indicate in your submission whether this is relevant for you.

     

    Organization-Team:
    Kritische Geographie Berlin (http://kritische-geographie-berlin.de/)

    FURI (https://furi.berlin/)

     

    Kiezspaziergang am 6.10.2018: Digitales Schöneberg: Trends, widersprüchliche Visionen und Auswirkungen auf die Nachbarschaften

    Die Digitalisierung wird vielfach in Wissenschaft, Politik und Medien als gesellschaftliche Umbruchssituation dargestellt. Sie beeinflusst sämtliche Bereiche unseres Alltags, aber auch die Wirtschaftsweisen und die Arbeitsorganisation in Städten. Auch in Schöneberg tauchen rund um die Digitalisierung neue Arbeits-, Wohnformen, „Nachbarn“ und private Akteur_innen auf. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin, in der die räumlichen Ressourcen immer knapper und Konkurrenzsituationen immer augenscheinlicher werden, wer die zukünftige Entwicklung der Städte maßgeblich beeinflusst und bestimmt. Proteste gegen die „neuen Nachbarn“ nehmen zu. Konzepte wie Smart City werden genauer in den Fokus genommen. Weiterlesen (externer Link) →

    Kiezspaziergang am 22.9.2018: Zwischen Inszenierung und Planungskonflikt – Das Dong Xuan Center als Berlins neue Asiatown

    „Diversity“ gilt in der neoliberalen, unternehmerischen Stadt als Ressource für die Stadtentwicklung. In diesem Sinne werden migrantische Ökonomien in Wert gesetzt, um neue touristische Destinationen und Einkaufsmöglichkeiten für kosmopolitische StadtbewohnerInnen zu schaffen. Diese städtischen Inszenierungen orientieren sich an weltweit bekannten Chinatowns, die auch dem Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg für viele Jahre als Vorbild galten. Mit der Inszenierung als „Asiatown“ stießen die Betreiber des Centers jedoch an geltendes Planungsrecht. Die geplante Entwicklung zur Asiatown steht im Widerspruch zum Flächennutzungsplan des Landes Berlin, in dem das Grundstück des Centers als Gewerbegebiet festlegt ist. Damit ist im Center Einzelhandel und Gastronomie nur Weiterlesen (externer Link) →

    Seminar: Lupus Hominis – Feldforschung zum Verhältnis von Menschen und Wölfen

    Des Menschen Wolf – mit der Verfremdung der Hobbes‘schen Phrase lädt das Seminar dazu ein, das Verhältnis zwischen den letzten ernstzunehmenden Spitzenprädatoren und der norddeutschen Landbevölkerung zu erkunden.
    Im Kontext zunehmender Begegnungen zwischen Mensch und Wolf möchten wir die kleinen und großen Konflikte untersuchen, die auf diesem Feld verhandelt werden. Diese reichen von der Ebene lokaler Betroffenheit, über das Interesse des institutionalisierten Umweltschutzes, bis hin zur Vorstellung davon, was Natur zu sein hat. Da es sich beim Wolf zudem um ein besonders charismatisches Tier handelt, das mit einer Vielfalt kultureller Symbolik belegt ist, werden wir auch hierfür die Augen offen halten.
    Das Weiterlesen (externer Link) →

    Kiezspaziergang: 25.08.2018, 13 Uhr: Die Zukunft der Großwohnsiedlungen/ Marzahn

    Nachverdichtung – Abriss – Neubau.

    Die Entwicklung von ostdeutschen Großwohnsiedlungen am Beispiel Berlin-Marzahn

    Auf der Grundlage eines Wohnungsbauprogramms sind in der gesamten DDR über 170 Großwohnsiedlungen errichtet worden. In diesen Wohngebieten lebten vor allem junge Familien mit Kindern. Seit 1990 sind die Großwohnsiedlungen unter starken Druck geraten. Bis Mitte der 2000er Jahre waren die zentralen Trends Einwohnerverluste, Wohnungsleerstände und demographische Verschiebungen. Heute sind es vor allem der Mangel an bezahlbaren Wohnungen, Neubau und eine zunehmende soziale Segregation die die Diskussionen bestimmen. An verschiedenen Stationen werden für die Siedlung prägende Entwicklungen erklärt und deren Effekte auf die Quartiere anhand von Beispielen erläutert.

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    8. International Conference of Critical Geography

    Vom 19. bis 23. April 2019 findet in Athen die 8. International Conference of Critical Geography (ICCG) statt. Die Konferenz steht unter dem Motto “In Permanent Crisis? Uneven Development, Everywhere War and Radical Praxis”. Bis zum 30. September 2018 können Vorschläge für Vorträge oder Sessions eingereicht werden. Die Anmeldung für die Konferenz ist ab dem 1. Dezember 2018 möglich. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Konferenz.

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    Neuerscheinung: Austerity Forever?! Die Normalisierung der Austerität in der BRD

    Der Band “Austerity Forever?! Die Normalisierung der Austerität in der BRD” von Tino Petzold ist ganz frisch beim Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen. Tino Petzold zieht die Verankerung von Haushaltsdisziplin, Schuldenbremse und Sparwut in der Finanz- und Haushaltspolitik seit den 1970er Jahren nach. Mehr Informationen zum Buch gibt es beim Verlag. Einen Auszug aus dem Band gibt es außerdem online bei der Tageszeitung “neues deutschland

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    Veranstaltungshinweis: Wie kommen wir zur Entkriminalisierung von Hausbesetzungen?

    Am Ende des Sommers gibt es ein Podium und einen Film zur Geschichte und Gegenwart von Hausbesetzungen in Berlin. Im //about blank am Markgrafendamm 24c diskutieren am Donnerstag, dem 30. August 2018 um 20 Uhr Aktivist*innen von #besetzen mit der Landesvorsitzenden der Berliner LINKEN, Katina Schubert, über einen Umgang mit Hausbesetzungen jenseits der “Berliner Linie”. Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es bei der Hellen Panke.

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    Neuerscheinung “Gemeinsam die Hände dreckig machen. Aktionsforschungen im aktivistischen Kontext urbaner Gärten und kollektiver Kartierungen”

    Gemeinsam die Hände dreckig machen

    Das Buch “Gemeinsam die Hände dreckig machen. Aktionsforschungen im aktivistischen Kontext urbaner Gärten und kollektiver Kartierungen” von Severin Halder ist in diesen Wochen beim transcript Verlag erschienen. Mehr Informationen zum Buch gibt es hier. Das Buch kann auf dreckigehaende.de ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden. Eine Präsentation zum Buch gibt es am Donnerstag, dem 19. Juli 2018 um 19.30 Uhr beim Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld. Im Anschluss an die Präsentation wird der Film “Farming Maputo” gezeigt. Das gesamte Programm ist auf der Webseite des Allmende-Kontors online.

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